Schlagwort-Archive: Kabarett

Wo habe ich nur die Gags abgelegt?

Inzwischen wissen wir ja alle, dass erfolgreiche Comedy vor allem auch von originellen, guten und zahlreichen Gags abhängt. Deshalb schreiben wir jede Idee, jeden guten Witz den wir hören, jede lustige Beobachtung und vieles mehr auch immer sofort auf. Na ja, zumindest in einer idealen Welt. Aber ich kann aus schmerzhafter persönlicher Erfahrung berichten, wenn man es nicht tut, bereut man es sofort. Egal wie sehr man sich bemüht, was man nicht aufschreibt, vergisst man. Und auch ich habe mich gebessert und bin schon viel braver geworden. Ich schätze, dass ich 80 Prozent meiner Ideen und Gags auch zeitnah notiere.

Ideen und Beobachtungen für Gags notieren

Aber das Notieren ist nur die halbe Miete. Unweigerlich stösst man auf die nächste kreative Hürde: wie finde ich die Sachen sinnvoll wieder? Wo sind alle meine Ideen und Gags zum Thema “U-Bahn”? Die bekanntesten und besten Comedy-Lehrbücher der USA berichten an dieser Stelle dann immer von den legendären Karteikarten-Sammlungen diverser Comedy-Größen. Bob Hope soll in seiner jahrzehntelangen Karriere mehrere hunderttausende Jokes in einer Karteikarte-Sammlung thematisch sortiert und abgelegt haben. Am Ende wird einem schnell klar, was für die Besten der Branchen gut war und funktioniert hat, sollte man selbst auch nutzen. Eine thematisch geordnete Sammlung aller Witze, Gags, Jokes und Ideen ist unverzichtbar. Das Schöne ist, dass das heute, in Zeiten von Notebooks, Tabletts und Apps, so viel einfacher geworden ist.

Notizen, Gags schnell wiederfinden Ich selbst verwende

Bento 4 auf meinem McBook Air und iPad. Bento richtet sich an Amateure und Datenbank-Einsteiger, die zwar ihre eigene Datenbank managen wollen, dabei jedoch nicht auf Benutzerfreundlichkeit und Design verzichten wollen. Die Software stammt von den Datenbank-Profis von FileMaker und ermöglichen auch einem Datenbank-Analphabeten wie mir viele nette Dinge. Ich lege jede Idee und jeden Gag in meiner Datenbank ab. Er bekommt einen Titel, dann Stichworte zu den Themen die darin abgehandelt werden. Ich markiere ob ich den Joke schon mal live gespielt habe und bewerte mit Sternchen wie sehr er beim Publikum ankommt. Die Datenbanken auf dem Notebook und dem iPad werden immer schön synchronisiert und so habe ich immer, egal wo ich gerade bin, Zugriff auf mein gesamtes kreatives Comedy-Schaffen.

Das Coole an Bento ist, dass jede Funktion die ich in der Datenbank brauche intuitiv und per Drag & Drop eingefügt werden kann. Ich muss nichts von Datenbanken verstehen. Ich habe z.B. Felder mit Häkchen um zu markieren woher ich den Gag habe, in welchem Programm er verarbeitet wurde und ob ich ihn schon live gespielt habe. Ich kann jederzeit ein weiteres Feld einbauen. Ich habe auch bei jedem Gag eine Liste mit Datumsfeldern, wo ich eintrage wo und wann ich einen Gag gespielt habe. Wenn man so wie ich einige Mixed-Shows und Clubs pro Monat moderiert, dann ist es wichtig, dass man schnell checken kann was man in der jeweiligen Location das letzte mal gebracht hat. Sehr hilfreich hat sich auch die Möglichkeit erwiesen Bewertungsfelder einbauen zu können. Jedes mal wenn ich einen Witz spiele, kann ich nach der Show vermerken wie gut er aus meiner Sicht angekommen ist. Ich verwende dazu die übliche “Sternchen-Bewertung”, also fünf Sterne für super und je weniger Sterne desto schlechter. So kann ich jederzeit ein Set zusammenstellen das nur aus Gags besteht, die fast immer sehr gut funktioniert haben.

Ein besonders gutes Feature für Kurzauftritte in Comedy-Mixed-Shows. Und wie schon erwähnt. Ganz wichtig ist die Möglichkeit Stichworte und Kategorien zuordnen zu können. Es ist einfach cool, wenn man einfach nur “Haustier” eingeben muss und dann alle Ideen und Gags zu dem Thema geliefert bekommt. Natürlich kann man auch alle Suchergebnisse in jeder nur erdenklichen Art sortieren. Ob nach Datum, Thema, Programm, Kategorie oder Bewertung. Alles ist möglich. Und das, ohne selbst auch nur einen Schimmer von Datenbank-Programmierung zu haben. Ich kann Bento für unsere tägliche Goldgräberei nach Gags nur empfehlen.

Kopfkino - Gesten statt Worte

Wieder eine Übung: Indirekt ist oft besser!

Und wieder kommen wir zu einer praktischen Comedy-Übung, die uns Gene Perret in seinem Buch The New Writing Comedy Step by Step vorschlägt. In einem ersten Schritt machst du eine Liste mit zehn Adjektiven, als beschreibenden Wörtern, die du beim Humor-Schreiben verwenden möchtest. Es sollten ganz einfach und normale Wörter sein. Dazu solltest du kaum Zeit brauchen.

Was assoziierst du mit dem Wort?

Im zweiten Schritt suchst du dir zu deinen Adjektiven eine neue Gruppe von Wörtern, die die ursprünglichen Worte beschreiben, implizieren oder symbolisieren.

Als Beispiel können wir z.B. das Wort “rot” nehmen. Andere Worte mit denen wir “rot” assoziieren, oder die “rot” symbolisieren können z.B. sein:

  • Blut

  • Kommunismus

  • Liebe

  • Indianer

  • Morgensonne

  • Tomate

  • Wut

  • Stoptafel

  • Ampel

  • Nord Korea

Sinn der Übung ist es, die Beziehung zwischen verschiedenen Wörtern zu entdecken und sie zum Texten zu nutzen. Die neue Wörter kann man dann oft in einem Gag als Ersatzwort für das ursprüngliche Wort nutzen. Damit wird ein Gag weniger offensichtlich. Oft sind Witze einfach zu durchschaubar und direkt. Sie können aber meist einfach verbessert werden, in dem man ein Wort oder eine Redewendung einsetzt, die das Offensichtliche eher impliziert, bzw. indirekt ausdrückt, als es direkt anzusprechen.

Wortspiel ersetzt das Offensichtliche

Die besten Gags sind die, bei denen eine Witz oder die Punchline gar nicht sprichwörtlich ausgesprochen wird, sondern durch clevere Wortspiele ein klares Bild im Kopf der ZuhörerInnen erzeugt wird. Oft wird eine amüsante Geschichte so zu einem guten Bühnengag.

Immer wieder ersetzt ein Symbol die direkte Bedeutung der Worte. Hier ein kleines Beispiel mit dem Wort “weiß”.

Angenommen ein Freund kommt zu einer Party von uns komplett weiß angezogen. Hier ist eine mögliche Beschreibung für ihn.

»Wenn ich dir eine Karotte an die Nase stecke und einen Besen unter den Arm klemme würdest du dich dann für die Kinder in den Garten stellen?«

Jeder versteht, dass der Freund so weiß angezogen ist, dass man ihn für einen Schneemann halten könnte. Direkt ausgesprochen wurde das Wort “Schneemann” oder auch “weiß” dabei nie.

 

Comedy- und Kabarettwettbewerb

Comedy liegt im Detail – aber nicht zu sehr!

Beim Schreiben von Comedy-Material ist es immer ein guter Ansatz Allgemeinplätze und Verallgemeinerungen zu vermeiden. Auf der Bühne sollte man z.B. nicht einfach über ein “Stück Obst” sprechen. Viel besser ist es von einem Apfel zu erzählen.

Gut geschriebene Geschichten und Gags erzeugen in der Vorstellung des Publikums ein klares Bild. Alle im Publikum haben im besten Fall eine genaue Vorstellung von dem Ding oder der Situation über die der Comedian auf der Bühne spricht. Wenn man jetzt nur über ein “Stück Obst” spricht, lässt das viele Interpretationen offen. Ist es eine Banane, ein Pfirsich, ein Apfel oder eine andere Frucht? Diese “Verunsicherung” hindert die ZuschauerInnen sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und – was vielleicht noch wichtiger ist – emotional in die Geschichte einzusteigen und zu investieren. Wenn man aber “Apfel” sagt, dann hat jeder im Publikum für sich ein klares Bild im Kopf und auch eine eindeutige emotionale Reaktion dazu. Plötzlich sehen alle ihren Apfel und spüren das, was sie in ihrem Leben schon immer mit einem Apfel assoziiert haben. Sie haben ein eindeutiges Bild vor Augen und ein klares Gefühl.

Wenn ich meine Gags erzähle, dann stelle ich mir vor, dass ich gerade in den Köpfen der ZuschauerInnen ein Bild male. – Steven Wright

Aber wie immer im Leben gibt es dazu auch eine Kehrseite. Man kann zu detailliert werden. Wenn man plötzlich von einem Apfel spricht, “so einen wie wir ihn alle kennen. Leicht rot an den Seiten, dann ein wenig gelb oben und mit Dellen und leicht braunen Flecken”, dann kann es sein, dass man die Vorstellungskraft der Leute überstrapaziert. Dass man ihnen zu wenig Freiheit lässt um einen Apfel, nämlich “ihren” Apfel, im Kopf zu sehen, mit dem sie Emotionen verbinden. Wenn die Farbe und der Zustand nicht unmittelbar für den Gag – vor allem der Punchline – relevant ist, dann weglassen.

Idealerweise sollte ein erfolgreicher Schreibstil für Comedy klar, einfach und eine lebendige Einladung für das Publikum sein sich statt Allgemeinheiten spezifische Dinge und Situationen vorzustellen. Situationen mit denen es eine Emotion, also ein Gefühl, verbindet. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr durch zu viele Details Menschen im Publikum auszuschließen. Ideal ist es die Vorstellungskraft der Menschen zu reizen und anzuregen, sie aber nicht einzuschränken und zu limitieren.

Publikumssituation

Comedy: Indirekte und direkte Einbindung des Publikums

Comedy für das Publikum
Eine Grundregel bei Comedy: wenn es dem Publikum egal ist worüber du sprichst, dann wird niemand lachen. So einfach ist es. Themen, die die Menschen nicht interessieren oder ihnen gar auf die Nerven gehen, werden weder Gelächter noch Beifall erzeugen. Die ZuschauerInnen müssen emotional eingebunden werden, um sie bei der Stange zu halten. Das ist nicht leicht, aber machbar. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen indirekter und direkter emotionaler Einbindung des Publikums.

Wer für Comedy zahlt, will auch lachen

Wenn Menschen bereit sind Zeit, Energie und vor allem auch Geld zu opfern, damit sie zu einer Comedy-Show gehen, dann kann man davon ausgehen, dass sie auch emotional in den Abend investiert haben. Sie wollen für die Organisation des Babysitters, die Parkplatzsuche und für das bezahlte Eintrittsgeld belohnt werden. Vielleicht haben sie auch schon hohe Erwartungen an den Künstler, weil sie von ihm gehört oder gelesen haben? Oder der Moderator hat gerade eine wunderbare Vorstellung beendet und den folgenden Comedian positiv angekündigt? Alle diese Vorgänge sorgen für eine indirekte emotionale Erwartungshaltung in den Köpfen der Gäste.

Am Ende zählt nur das Produkt selbst

Aber wir alle wissen, dass Werbung und Hype nur bedingt zu Erfolg führen kann. Gutes Marketing und gute Werbung bringen die meisten Menschen dazu ein Produkt einmal auszuprobieren. Überzeugen muss es am Ende selbst. Egal wie viel die Leute Eintritt gezahlt haben und wie sehr Medien oder andere Werbung für dich gemacht haben. All das zählt nur, bis du selbst die Bühne betrittst. Mit den ersten Minuten auf der Bühne ist all das vergessen und du musst alle Erwartungen selbst erfüllen. Dein Erfolg hängt von dem Moment an nur mehr von dir selbst, deinem Talent und deiner professionellen Vorbereitung ab.

Deswegen ist es dann so wichtig eine Performance abzuliefern, die nicht nur technisch sauber ist, sondern auch das Publikum mitreißt. Sobald du auf der Bühne bist geht es darum, die Emotionen der ZuschauerInnen auch direkt zu wecken. Wenn ein Performer dies schafft, dann wird er oder sie auch Erfolg haben. Frag dich also immer, ob in deiner Show genug Elemente sind, die die Emotionen des Publikums direkt ansprechen. Sei es thematisch, sei es gefühlsmäßig oder auch der Spannung wegen. Mache das Publikum zu Freunden die wollen, dass du erfolgreich und unterhaltsam bist. Dann bist du auf dem richtigen Weg.

So sieht ein Gag von innen aus

So sieht ein Gag von innen aus

So sieht ein Gag von innen ausWas macht einen Gag aus? Es sind eigentlich im Grunde nur zwei Elemente, die bei Bedarf mit anderen Elementen ausgeschmückt werden. Die zwei essentiellen Elemente eines Gags oder einer Pointe sind:
* Set-Up (Einführung)
* Punchline (Pointe) Fast jeder Mensch kennt diese Grundstruktur. Alle Witze, sei es erzählt, aus Büchern oder aus dem Internet, basieren auf dieser Struktur. Wir alle haben sie im Laufe unseres Lebens unbewusst gelernt und reagieren instinktiv darauf. Wir wissen wann ein Set-Up zu Ende ist und meistens auch, wenn wir die Pointe hören. Außer sie ist so schlecht, dass sie nur betretenes, verwirrtes und stummes Schweigen erntet. Aber sehen wir uns das Ganze genauer an. Hier ein kleiner Witz als Beispiel:

Sagt der eine Golfer zum anderen: »Stell dir vor, gestern komme ich nach Hause, steht meine Frau in sexy Unterwäsche, mit Handschellen in der Hand an der Schlafzimmertür. Sie sagt: “Fessle mich und mach was immer du willst!“«  Fragt der andere Golfer: »Und was hast du gemacht?«  Sagt der erste Golfer: »Ich habe sie gefesselt und bin Golf spielen gegangen.« Der Klassiker: Set-Up + Punchline

Das Set-Up Dieser Witz hält sich ganz strikt an die klassischen Gag-Struktur: Set-Up und Punchline. Das Set-Up führt die Charaktere und all die Informationen ein, die man braucht um den Gag zu verstehen. Es bereitet die ZuhörerInnen auf die Punchline vor. Das Set-Up muss (soll) gar nicht lustig oder besonders aufregend sein. Es muss nur alle, für das Verständnis des Witzes notwendigen, Elemente in sich tragen.

Die Punchlline Die Punchline nimmt die Informationen auf, re-interpretiert das Geschehen oder einzelne Worte, verpasst ihr eine kreative Wendung und überrascht mit der Pointe den Zuhörer. In unserem Beispiel ist das Set-Up:

»Stell dir vor, gestern komme ich nach Hause, steht meine Frau in sexy Unterwäsche, mit Handschellen in der Hand an der Schlafzimmertür. Sie sagt: “Fessle mich und mach was immer du willst!“« und die Punchline ist: »Ich habe sie gefesselt und bin Golf spielen gegangen.« Die einzige wirkliche Vorraussetzung von Seiten des Publikums die wirklich nötig ist um den Witz zu verstehen, ist die Fähigkeit gut deutsch zu können. Denn nur wer die Sprache beherrscht versteht die verwendete Doppeldeutigkeit von »..mach was immer du willst.«  Die ZuhörerInnen müssen verstehen, dass die Ehefrau eigentlich gehofft hat mit ihrem Auftritt den Mann zu Sex verführen zu können, er aber scheinbar schon lange lieber Golf spielen geht. Es hilft natürlich auch, wenn das Publikum sich bestimmter Vorurteile bewusst ist und diese vielleicht sogar hegt, denn das Verhalten des Ehemannes bestätigt ein Vorurteil: dass regelmäßiger Sex in langfristigen Beziehungen seinen Reiz verliert. Mit Set-up und Punchline ist der Gag vollendet und auch komplett. In der Fachsprache bezeichnen wir solche Witze als „Oneliner“ (Einzeiler). Gute Comedians und Humoristen bauen solche Oneliner dann allerdings noch aus und verstecken die einfache Struktur in cleveren Formulierungen. Auch für diesen Ausbau gibt es ein eigentlich recht einfaches und immer wieder eingesetztes Werkzeug, den sogenannten „Tag“ (Anhänger).

Der Tag (Anhänger) Der Anhänger folgt der eigentlichen Punchline, also der ersten Pointe. Gute Comedians nutzen somit ein Set-Up um danach mehrere Pointen zum gleichen Thema zu setzen. Wenn sie besonders gut sind, dann schaffen sie es die Lachintensität des Publikums von Pointe zu Pointe zu steigern und bekommen nach der letzen Pointe dann auch noch Applaus. Hier wieder ein kleines Beispiel (kein Anspruch auf humoristische Brillanz):

Die Handtasche meiner Frau ist ein Verstoss gegen das Raum-Zeit-Kontinuum. Von außen sieht sie so klein aus, aber das täuscht. Innen muss sie riesig sein. Wie sie das letzte mal den Hausschlüssel gesucht hat, hat sie zufällig unser Auto drin gefunden. (Punchline) Wir haben es vor drei Tagen als gestohlen gemeldet. (1. Anhänger/Tag) Die Tasche ist so groß. Die Landesregierung hat ihr dafür eine eigene Postleitzahl gegeben. (2. Anhänger/Tag) Schiffskapitäne durchqueren jetzt schon lieber das Bermuda-Dreieck, als dass sie in die Nähe der Handtasche meiner Frau navigieren würden. (3. Anhänger/Tag) Du siehst also, wie das Prinzip „Tag“ technisch funktioniert. Gleich eine Warnung zur Verwendung von solchen Anhängern. Um dabei wirklich erfolgreich zu sein, muss man viel Erfahrung und perfektes Timing haben. Immer wenn Comedians versuchen nach einer Pointe noch einen „drauf zu setzen“ besteht die Gefahr, dass sie in die Lacher des Publikums hineinreden und diese damit abkürzen. Man darf das Publikum nie unterschätzen. Wenn ein Comedian mehrmals sin Lacher hineinspricht, dann lernen die ZuschauerInnen schnell, dass möglicherweise nach der Pointe noch was kommt. Sie befürchten dann aber, dass sie die nächste Pointe wegen des Lachens akustisch nicht verstehen könnten und kürzen ihre Lach-Reaktion  präventiv ab. Damit verkürzt du deine wohlverdienten Lachsalven. Das darf nicht passieren. Also wenn du Anhänger (Tags) verwenden willst, dann hab auch die Ruhe und Nerven jede einzelne Pointe auszusitzen, Pausen zu machen und zu warten bis die ZuseherInnen wieder aufnahmebereit sind.

Genie ist, die einfachen Bausteine genial zu verbinden Mist ist klar, dass jede Pointe und jeder Gag seinen seinen Reiz verliert, wenn man ihn so wie im oberen Abschnitt analysiert und in seine Einzelteile zerlegt. Aber um zu lernen wie man Gags findet, aufbaut und schreibt, muss man das Seziermesser ansetzen. Das raubt dem Witz zwar die Magie, zeigt aber gleichzeitig, dass man kein Hexenmeister sein muss, um Pointen schreiben zu können. Wer einmal verstanden hat, dass jeder Witz, jeder Gag und jede Pointe im Grunde genommen aus nur zwei Bausteinen besteht, dem Set-up und der Punchline, kann sich optimistisch in das Abenteuer neue Gags zu erfinden stürzen. Wer sich am Beginn seiner Abenteuerreise an die Struktur hält, wird dabei auch Erfolg haben. Die hohe Kunst ist wie bei allen Dingen im leben, die einfachen Bausteine so kreativ und geschickt zu nutzen und zu verbinden, dass daraus echte Kunstwerke entstehen.