Angst, die uns durchschnittlich macht.

Wenn uns die Angst durchschnittlich macht

Angst, die uns durchschnittlich macht.Wie oft schrecken wir vor etwas zurück, weil wir Angst haben? Viel zu oft. Wir haben vielleicht gar nicht so sehr vor dem anstehenden Projekt, der Rede oder der Interaktion Angst, sondern vor den vermeintlich negativen Konsequenten unserer Entscheidung und unseres Tuns. Natürlich sollte niemand aus einem rasenden Auto springen oder mit 48 Jahren endlich mal den tollen Scherensprung mit Ski versuchen. Es gibt legitime Gründe Angst zu haben und in diesen Momenten hat die Angst auch einen Sinn. Sie beschützt uns vor physischem Schaden oder bereitet unseren Körper auf die Abwehr von Gefahren vor. Das ist gut und richtig so.

Die Angst macht keinen Unterschied

Das Problem ist nur, dass die gleichen Mechanismen uns auch in falschen Momenten lähmen, zögerlich und zaudernd machen. Denn Angst ist Angst und die physischen Reaktionen sind die gleichen, egal ob wirklich ein Monster-Truck auf uns zurollt oder wir einfach nur auf einer Bühne ein paar Worte sagen sollen. Wenn wir ehrlich sind, dann müssen wir uns eingestehen, dass wir im ersten Fall zu Recht Angst haben und vom Wunsch nacht Flucht beseelt sind. Im zweitenFall ist das aber nicht so.

Was kann denn passieren?

Die negativen Konsequenzen einer Rede, eines Auftritts, einer Interaktion mit dem Chef oder der Ehefrau sind überschaubar. Klar, alles kann unangenehme Folgen haben, aber ein unbedachter Kommentar, eine missglückte Formulierung oder auch ein blöder Spruch werden an uns nicht wirklich so viel Schaden anrichten wie ein Monster-Truck, der uns mit 50 km/h überrollt. Aber, sobald Angst und deren Symptome einsetzen, reagieren wir so, wie wir es in der Evolution gelernt haben: Mit Flucht oder dem Motto »Vermeide die Gefahr«. Folgerichtig ist es für die meisten von uns scheinbar immer eine gute Entscheidung abzutauchen, unauffällig zu bleiben und Risiken möglichst zu vermeiden.

Wahre KünstlerInnen stellen sich der Angst

Gleichzeitig bewundern wir aber KünstlerInnen, Führungspersönlichkeiten und mutige Menschen. Wir wären oft auch gerne einer von diesen Menschen, die sich durchsetzen, ihre eigene Meinung vertreten und erfolgreich Projekte umsetzen. Der Unterschied zwischen denen und uns? Sie spüren die Angst zwar auch, aber sie fürchten sie nicht. Sie leben mit ihr, sie analysieren die möglichen Konsequenzen und sie wissen, dass Angst sich zwar immer gleich anfühlt, aber die wahre Gefahr und ihre Konsequenzen in vielen verschiedenen Dosen und Formen kommt. Sie sind bereit sich ihrer Angst zu stellen, manchmal sogar sie ein wenig zu suchen. Sie spüren sie und wissen, dass die Angst auch deshalb da ist, weil sie Grenzen ausloten, vielleicht auch überschreiten und manchmal nicht zur Kenntnis nehmen.

Und genau in diesen Momenten spüren sie ihre eigene Energie, ihren Mut und ihre Überzeugung. Sie gehen ein Risiko ein, weil sie wissen, dass der Erfolg sie belohnen wird. Sie wissen, dass Scheitern und Fehler zum Leben dazu gehören, aber solange man wieder aufstehen kann, muss man davor keine Angst haben.

Wir entscheiden selbst über die Macht der Angst

Der Angst selbst ist das alles egal. Wir selbst können aber entscheiden, ob wir die Angst immer vermeiden wollen oder ob wir uns ihr nicht viel öfter stellen sollten. Denn möglicherweise sind viele Entscheidungen und Projekte die uns Angst machen genau die, bei denen es sich lohnt sie anzugehen.

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