Kennzeichen eines guten RednersHier mein Versuch wichtigsten Kennzeichen, Techniken und Fähigkeiten einer guten Rednerin bzw. eines guten Redners zusammen zu fassen. Kein Anspruch auf Vollständigkeit, aber ein Anfang.

20 Kennzeichen einer guten Rednerin bzw. eines guten Redners!

  1. Thema recherchieren – Erfolgreiche RednerInnen sprechen über Themen die sie beherrschen. Wenn du das nötige Fachwissen nicht schon hast, dann recherchiere das Thema des Vortrags intensiv um dich vorzubereiten. Umfangreiches Wissen stärkt den Eindruck von Kompetenz und Glaubwürdigkeit.

  2. Mach einen Sound- und Locationcheck – Mach immer einen Soundcheck. Wobei der Soundcheck eigentlich mehr ist. Teste die Lichtverhältnisse, lerne die Techniker kennen, sieh dir den Raum an, lerne die Location kennen. Ein guter und intensiver Sound- und Locationcheck erspart dir viele böse Überraschungen später auf dem Podium und am Mikrofon.

  3. Rede strukturieren – Einer Rede die gut strukturiert ist, kann man einfach und ohne zu viel Aufwand folgen. Gute Überleitungen von Punkt, bzw. Argument, zu Punkt sind der Schlüssel um deine Rede flüssig und dynamisch zu halten. Mach es dem Publikum so einfach wie möglich die Aufmerksamkeit zu halten.

  4. Halte dich an Redezeiten – Es ist eines der offensichtlichsten Kennzeichen von Unprofessionalität, wenn sich RednerInnen nicht an vereinbarte Redezeiten halten. Es ist respektlos und unhöflich. Wenn du dich an Vorgaben nicht hältst dann verärgerst du das Publikum, Vortragende und Veranstalter.

  5. Bereite deine Einführung vor – Mach es dir, dem Veranstalter oder dem Moderator leicht und bereite deine eigene Einführung schriftlich vor. Gib sie rechtzeitig der Person, die dich dem Publikum vorstellen wird. Reduziere dich dabei auf die wichtigsten Punkte und strukturiere sie klar und einfach.

  6. Fokusieren – Präsentiere die Botschaft deiner Rede klar und deutlich. Alle Teile deiner Rede, ob Geschichten, Fakten oder auch Struktur müssen einen klaren Bezug zur zentralen Botschaft haben. Streich alle Teile und Absätze die mit der eigentlichen Botschaft nichts zu tun haben.

  7. Zitate, Fakten, Zahlen – Nutze Zitate, Statistiken, Listen und Zahlen, um deine Botschaft zu stärken und glaubwürdiger zu machen. Verwende nur die stärksten Fakten und aussagekräftigsten Zahlen. Gleichzeitig darfst du dein Publikum damit nicht überfordern. Reduziere alles auf die Highlights um die ZuhörerInnen nicht zu überladen.

  8. Erzähle eine Geschichte – Menschen lernen von Kindheit an Geschichten zu lieben. Nutze diese Tatsache um mit deiner Rede eine Geschichte zu erzählen. Eine kohärente Geschichte hält die Aufmerksamkeit des Publikums und verankert sie in ihrem Gedächtnis. Deine Rede sollte einen klaren Anfang, Mittelteil und Höhepunkt mit starkem Schluss haben. Mit ein wenig Kreativität kann man jedes Thema und jede Botschaft in eine interessante Story verpacken.

  9. Humor überzeugt – Menschen lieben es zu lachen, zu lächeln und zu schmunzeln. Nutze Anekdoten, Geschichten und Witze um dein Publikum zum Lachen zu bringen. Wenn angebracht nutze Humor immer. Am Ende eines langen Tages erinnern sich die Menschen immer an den Redner, der sie am besten unterhalten hat. Und es ist seine Botschaft, die weitergetragen wird.

  10. Beginne stark und schließe stärker – Man kann die Wichtigkeit einer starken Einführung und eines beeindruckenden Schlusses nicht überbetonen. Der durchschnittliche Zuhörer erinnert sich nach einem Vortrag fast immer nur an den Anfang und den Schluss einer Rede. Natürlich soll auch der Mittelteil unterhaltsam und interessant sein. Aber wer Anfang und Ende perfekt hinbekommt, hat als Redner schon gewonnen.

  11. [Nutze Gesten](http://www.nikoformanek.com/erfolgreich-reden-nonverbale-kommunikation-gesten-und-gestik/ – Der richtige Umgang mit deinen Händen und deren Gesten während eines Vortrags ist ein wichtiger Baustein deines Erfolges. Unterstreiche Argumente, Worte und Fakten mit den passenden Gesten. Übe Gesten vor dem Spiegel oder mach kurze Videos. Werde dir deiner Gestik bewusst und passe sie durch Training an, damit sich dich als RednerIn erfolgreicher macht.

  12. Diktion, Artikulation und Modulation – Während monotone Sprachmelodien der Grundstein erfolgreicher Meditation und Entspannung sind, sind sie der Stolperstein auf dem Weg zu einer erfolgreichen Rede. Sprich klar und deutlich, langsam und variiere Lautstärke und Betonung. Nur so wirst du die Aufmerksamkeit des Publikums halten können.

  13. Bewegung als Rufzeichen – Nutze den Raum, den du auf der Bühne hast. Unterstreiche Punkte und Argumente deiner Rede mit passenden Bewegungen. Variiere den Abstand zum Publikum. Nicht zappeln und unmotiviert, nervös auf- und ablaufen. Bewusst und überlegt bewegen.

  14. Kenne dein Publikum – Informiere dich und recherchiere vorab wer im Publikum sitzt. Welches Vorwissen der ZuhörerInnen kannst du voraussetzen? Gibt es irgendwelche Empfindlichkeiten? Wer sich auf sein Publikum einstellt ist erfolgreich.

  15. Emotionale Bindung – Du musst das Publikum mit deiner Rede emotional binden. Nur wenn sie auf deiner Seite sind, mit dir fühlen und deine Argumente auch emotional nachempfinden können, werden sie dich schätzen. Je mehr du es schafft die ZuhörerInnen emotional zu berühren, um so intensiver werden sie deine Rede im Gedächtnis behalten.

  16. Interaktion – Binde das Publikum in deine Rede ein. Nimm sie auf eine gemeinsame Reise mit anstatt frontal zu dozieren. Reagiere auf Feedback des Publikums durch Körpersprache, Mimik und Gestik. Wenn dich viele verwirrt ansehen, musst du vielleicht langsamer sprechen, einen Punkt wiederholen, etc. Stelle konkrete und rhetorische Fragen. Plane eine Fragen und Antworten – Periode ein. Höre zu und reagiere höflich, respektvoll und korrekt auf Fragen des Publikums.

  17. Körpersprache – Ob wir es wollen oder nicht, mehr als 70 Prozent deines Redeerfolges hängt von der Körpersprache ab. Das gesprochene Wort trägt nur zu etwa 30 Prozent zur Vermittlung deiner Punkte und deiner Botschaft bei. Nimm deine Körpersprache bewusst wahr und übe Posen, Gesten und Bewegungen. Achte darauf, dass deine Körpersprache nie im Widerspruch zu deinen Worten und deiner Botschaft steht.

  18. Keine Panik – Reagiere auf Pannen, unerwartete Zwischenfälle und Probleme ruhig und entspannt. Du bist ein Mensch und niemand erwartet etwas anderes als menschliche Reaktionen. Ignoriere sie nicht, sondern nimm sie offensichtlich wahr und zeige dem Publikum, dass du souverän reagieren kannst. Nimm die Welt um dich herum auch während deiner Rede wahr.

  19. Übe Improvisation – Die beeindruckendsten Momente einer Rede sind oft die, bei denen das Publikum das Gefühl hat, dass sie unvorbereitet waren. Manchmal sind sie das, manchmal nicht. Übe die Improvisation und versuche auch dabei immer strukturiert und klar zu kommunizieren. In Frage- und Antwortperioden, bei Diskussionen und auf Nachfragen muss man als Redner oft schnell und unterhaltsam reagieren. Gute Impro-Fähigkeiten lassen dich kompetent und souverän wirken. Trainiere es.

  20. Zeichne dich auf – Wann immer möglich zeichne deine Rede, bzw. deinen Vortrag, auf Video auf. Sie dir das Video an und analysiere alle wichtigen Parameter: Redegeschwindigkeit, Artikulation, Diktion, Körpersprache, etc. Durch dieses Selbststudium wirst du deine Fähigkeiten als RednerIn schnell und dramatisch verbessern. Nutze die Technik die wir heute dank Smart-Phone, etc., zur Verfügung haben. Lerne von dir selbst.